Alle Beiträge von Nikolai Atefie

Wirtschaftsblatt

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Das Wirtschaftsblatt ist eine Special-Interest-Tageszeitung mit dem Fokus auf Berichterstattung aus dem Wirtschafts- und Börsegeschehen. Die Zeitung wurde 1995 im Radda-Dressler-Verlag gegründet, der schwedische Bonnier-Konzern beteiligte sich mit 50%. Der Anteil von Radda-Dressler wurde später in die ET Multimedia, ein Sammelbecken der Radda-Dressler-Printmedien, eingebracht. 2004 übernahm der Styria-Konzern zunächst diese 50%, zwei Jahre später dann auch die Anteile von Bonnier.

Jeden Freitag erscheint gemeinsam mit der Zeitung das Wirtschaftsmagazin kompakt, überdies liegt dem Blatt zehn Mal pro Jahr das Hochglanzmagazin deluxe bei.

Factsheet:

Zeitungstyp: Special-Interest-Tageszeitung, Wirtschaftszeitung, Qualitätszeitung

Vertriebstyp: Kaufzeitung, klassischer Vertriebsweg

Erscheinungstage: Montag bis Freitag

Sitz: Wien

Verlag: WirtschaftsBlatt Verlag AG

Eigentümer: Styria Media Group

Herausgeber: WirtschaftsBlatt Verlag AG

Chefredakteur: Wolfgang Unterhuber

Auflage (rollierender Jahresschnitt 2008/2009/ÖAK/Durchschnittswerte für Mo bis Sa):

  • Druckauflage: ca. 39.000 Exemplare
  • Verkaufsauflage: ca, 24.000 Exemplare

Reichweite (rollierender Jahresschnitt 2008/2009/Mediaanalyse):

  • Österreich gesamt: ca. 90.000 (1,3%)

Verbreitungsgebiet: ganz Österreich

Beschäftigte: ca. 150

Druck: Styria-Druckerei, Graz

Presseförderung (2008/Summe aller Kategorien): ca. 777.000 €

Genossenschaftsanteil an der Austria Presse Agentur (Stichtag 31.12.2008): 1,25%

Bertelsmann AG

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Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann AG mit Sitz in Gütersloh zählt durch Beteiligungen und Tochtergesellschaften in verschiedenen Mediensparten zu den big players der europäischen Medienszene. Das nicht börsennotierte Unternehmen befindet sich im Besitz der Bertelsmann-Stiftung bzw. der Familie Mohn.

Neben dem Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr befinden sich im Einflussbereich des Konzerns Unternehmen wie der Kommunikationsdienstleister Arvato, die durch das Betreiben von Buchgemeinschaften bekannte Direct Group Bertelsmann, die (Buch-)Verlagsgruppe Random House (mit bekannten Töchtern wie Heyne, Goldmann oder Knaus), sowie die RTL-Group mit Fernsehsendern wie RTL oder Vox.
Bertelsmann war lange Zeit auch im Musikgeschäft tätig. Das Tochterunternehmen BMG Music Publishing, einstmals weltweit drittgrößter Musikverlag, wurde jedoch 2007 an Universal Music veräußert.

Der Bertelsmann-Konzern machte in der österreichischen Medienszene 1989 durch eine 25%-Beteiligung an der damals neu gegründeten Zeitschrift Tele auf sich aufmerksam. Über  Gruner+Jahr ist Bertelsmann in Österreich de facto Mehrheitseigentümer der Verlagsgruppe News.

Bronner, Oscar

Oscar Bronner wurde 1943 in Haifa geboren und zählt zu den Pionieren moderner Printmedien in Österreich. Bronner, dessen journalistische Karriere bei der Arbeiter-Zeitung begonnen hatte, gründete 1970 das Wirtschaftsmagazin trend und kurz darauf das Nachrichtenmagazin profil.

Nach dem Verkauf der beiden Magazine und einem mehrjährigen Aufenthalt in den USA gründete Bronner 1988 mit 50% Beteiligung der Axel Springer AG die Tageszeitung Der Standard. Trotz mehrmaliger wirtschaftlicher Turbulenzen gelang es Bronner bis heute, das Blatt als unhabhängige Qualitätszeitung am Markt zu halten.

Bonnier

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Die traditionsreiche schwedische Mediengruppe Bonnier umfasst etwa 150 Unternehmen in Schweden, aber auch in anderen europäischen Staaten. In Deutschland zählt Bonnier mit bekannten Töchtern wie Ullstein zu den großen Buchverlagsgruppen.

Am österreichischen Medienmarkt macht der Konzern 1995 durch eine 50%-Beteiligung an der Gründung der Tageszeitung Wirtschaftsblatt auf sich aufmerksam. Die Anteile wurden allerdings im Jahr 2006 an die Styria-Gruppe veräußert.

Bildtelegramm

Nach dem Konkurs der Wiener Tageszeitung Bild-Telegraf im Jahr 1955 brachte der Verleger Fritz Molden unter dem Namen Bildtelegramm ein Nachfolgeblatt in nahezu unveränderter Form und mit demselben Redaktionsteam heraus. Die sich anschließende Auseinandersetzung mit dem von Kurier-Inhaber Ludwig Polsterer erneut herausgebrachten Bild-Telegraf wurde fortan als Wiener Zeitungskrieg bezeichnet.

Die Auseinandersetzung der beiden in Form und Aufmachung kaum zu unterscheidenden Blätter spitzte sich derart zu, dass der Konflikt erst auf höchster politischer Ebene beendet werden konnte: Die Parteiführer von ÖVP und SPÖ, Julius Raab und Bruno Pittermann, einigten sich darauf, den äußerst kostspieligen „Krieg“ zu beenden. Beide Zeitungen wurden kurz darauf eingestellt.

Bild-Telegraf

1954 von den Medienunternehmern Canaval, Moser und Behrmann mit Gerd Bacher als Chefredakteur gegründete österreichische Tageszeitung. Der Marktauftritt der Zeitung trug maßgeblich zur Verschärfung der wirtschaftlichen Situation des Marktführers Kurier bei und förderte dessen Übernahme durch den Industriellen Ludwig Polsterer.

Bereits 1955 musste das Blatt Konkurs anmelden, woraufhin ein Großteil der Mitarbeiter und Redakteure unter der Leitung des Verlegers Fritz Molden eine nahezu idente Tageszeitung unter dem Titel Bildtelegramm auf den Markt brachte. Es folgte eine mehrmonatige Auseinandersetzung, die fortan als „Wiener Zeitungskrieg“ bezeichnet wurde:

Kurier-Inhaber Polsterer brachte – mit Unterstützung der Österreichischen Volkspartei – erneut eine Zeitung unter dem Titel Bild-Telegraf heraus. Einige Wochen lang erschienen nun zwei Blätter mit nahezu identischer Aufmachung. Nachdem sich die Auseinandersetzung auf gerichtliche Ebene verlagert hatte, beschlossen die Parteichefs von ÖVP und SPÖ, Julius Raab und Bruno Pittermann, den Zeitungskrieg zu beenden. Beide Zeitungen wurden kurz darauf eingestellt.

Arbeiter-Zeitung

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Die Arbeiter-Zeitung (AZ) war eine sozialdemokratische Zeitung in Österreich und erschien erstmals am 12.7.1889 – zunächst zweiwöchig, ab 1895 als Tageszeitung. Gründer war Victor Adler, der „Vater“ der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs. Das Blatt war Zentralorgan der sozialdemokratischen Parteien Österreichs und erschien zunächst bis zur Ausrufung des Ständestaats im Jahre 1934, danach wieder ab 5.8.1945.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde auch die AZ vom allgemeinen Erosionsprozess der Parteizeitungen erfasst. Im Jahr 1989 trennte sich die SPÖ unter Führung von Bundeskanzler Vranitzky von dem schwere finanzielle Verluste bringenden Traditionsblatt und verkaufte den Großteil ihrer Anteile an die Birko-Holding des Unternehmers Hans Schmid.

Trotz beachtlicher Presseförderung musste die Zeitung 1991 eingestellt werden. Das Konzept, sich mit einem engagierten Team unter der Führung des vormaligen ORF-Journalisten Robert Hochner vom Image der Parteizeitung zu befreien, führte nicht zu der für eine erfolgreiche Zukunft notwendigen deutlichen Steigerung der Leserzahlen. Eine drastische Erhöhung der Drucktarife durch die Mediaprint tat ihr Übriges.

Zahlreiche frühere Journalisten aus dem Stall der AZ zählen bis heute zur Elite des österreichischen Printjournalismus.

Axel Springer AG

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Die Axel Springer AG ist die Nummer 1 unter Deutschlands Zeitungsverlagen und unterhält zahlreiche Tochtergesellschaften und Beteiligungen im benachbarten Ausland, zeitweilig war dies auch in Österreich der Fall.

Gründer waren Vater und Sohn Hinrich und Axel Springer, die 1946 in Hamburg einen Verlag, der später nach Berlin übersiedeln sollte, gründeten. Erfolgreichstes Produkt wurde die 1953 gegründete Bild, heute auflagenstärkste Boulevardzeitung Europas. Aufmachung und Kampagnen der Bild führten im Laufe der Jahre zu mächtiger Kritik, vornehmlich seitens deutscher Intellektueller wie Heinrich Böll oder Günter Grass.

Die neben der Bild bekanntesten Print-Erzeugnisse des Verlags sind die Midmarket-Tageszeitung Die Welt und die Fernsehzeitschrift Hörzu. In Österreich beteiligte sich das Unternehmen zunächst 1988 mit 50% an der Gründung des Standard. Ein Jahr später erfolgte die Übernahme von 45 % an der Tiroler Tageszeitung, was zwei Jahre später gar auf 65% aufgestockt wurde.

Auch bei der Gründung der Verlagsgruppe News 1992 mischte Springer mit 50% mit. Aus dieser und den anderen beiden Österreich-Beteiligungen zogen sich die Deutschen allerdings wieder zurück. Nach wie vor zahlreiche Aktivitäten unterhält das Unternehmen dagegen in der Schweiz und in Frankreich.

Ein 2005 geplanter Großeinstieg ins Fernsehgeschäft, der über einen Erwerb der Sendergruppe Sat 1-Pro 7 erreicht werden sollte, scheiterte an den deutschen Kartellbehörden.